Herz-CT und Herz-MRT

Bis vor kurzem war es insbesondere in Deutschland üblich, bei dem Verdacht einer Durchblutungsstörung des Herzens eine Herzkatheteruntersuchung durchzuführen, mit der Möglichkeit eines Stents oder einer Aufdehnung der Enge mit einem Ballon. Allerdings konnte bei etwa der Hälfte der Patienten keine Engstelle nachgewiesen werden, sodass die Patienten einem unnötigen Risiko ausgesetzt waren.

Für den zunehmenden Anteil von Patienten bei denen eine Durchblutungsstörung unwahrscheinlich ist wird die Herz-MRT oder die CT-Koronarangiographie angeraten.

Die Herzfunktion, die Herzklappentätigkeit, die Durchblutung der Herzkranzgefäße sowie die Struktur der Herzmuskulatur werden mithilfe der MRT exakt erfasst und somit lässt sich oft eine Herzkatheteruntersuchung vermeiden.

 

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Herz-CT

Die Cardio-CT (Herz-Computertomographie) ist ein modernes Röntgenverfahren, welches eine schnelle, aussagekräftige, für den Patienten gut verträgliche und wenig belastende Untersuchungsmethode darstellt. Die dient der Beurteilung der Herzkranzgefäße und der Einschätzung eines möglichen Herzinfarktrisikos.

Eine Computertomographie des Herzens wird durchgeführt bei Verdacht von

  • Verkalkungen der Herzkranzgefäße (Calcium-Scoring)
  • Verengung der Herzkranzgefäße (CT-Koronarangiographie)

 

Im Regelfall wird bei der Cardio-CT zuerst ein sogenanntes Calcium-Scoring durchgeführt, um die Menge der Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen festzustellen. Sie ermöglicht die Einschätzung des persönlichen Risikos für eine Herzerkrankung.
Bei der Darstellung der Herzkranzgefäße wird ein Kontrastmittel injiziert, um nach Gefäßverengungen zu suchen, die den Blutfluss behindern oder ob bereits eine koronare Herzkrankheit mit behandlungsbedürftigen Engstellen vorliegt. Deshalb benötigen wir aktuelle Kreatinin – und TSH-Werte.

Untersuchungsablauf Herz-CT

  • Für eine optimale Untersuchung benötigen wir eine niedrige Herzfrequenz. Deshalb kann es sein, dass wir Ihnen ein Medikament (Betablocker) zur Senkung der Herzfrequenz geben. Daher kann es zu einer Wartezeit von 30-45 Minuten bis zur Untersuchung kommen, bis die Herzfrequenz den optimalen Wert erreicht hat. Der Blutdruck wird dadurch nicht beeinflusst.
  • Die Untersuchungszeit im Gerät (CT) , beträgt nur wenige Minuten (5-10 Minuten).
  • Dennoch sollten Sie nach der Untersuchung für mindestens 30 Minuten in der Praxis bleiben, da es vorübergehend zu einer leichten Müdigkeit und Herabsetzen der Reaktionsgeschwindigkeit durch den Betablocker kommen kann. Wir raten dazu, in Begleitung zur Untersuchung zu kommen.

 

Am Tag der Untersuchung sollten Sie nichts zu sich nehmen, welches die Herzfrequenz erhöht z.B. Kaffee, Tee oder Cola. Dieses gilt auch für Nikotin. Auf die Einnahme von Viagra sollten Sie 48 Stunden vor der Untersuchung verzichten.

Herz-MRT

Die Kernspintomografie (MRT) des Herzen (Kardio MRT) zählt zu den modernsten nicht-invasiven Verfahren. Mittels leistungsstarken Kernspintomographen kann das Herz umfassend dargestellt und eine Aussage getroffen werden.

Die Zahlen in Deutschland zeigen: Fast 900.000 Patienten wurden 2016 mit Herzkatheter untersucht – davon 52 % ohne Befund. Für den zunehmenden Anteil von Patienten bei denen eine Durchblutungsstörung unwahrscheinlich ist wird die nicht invasive MRT-Koronarangiographie oder CT-Koronarangiographie angeraten. Die Herzfunktion, die Herzklappentätigkeit, die Durchblutung der Herzkranzgefäße sowie die Struktur der Herzmuskulatur werden mithilfe der MRT exakt erfasst und somit lässt sich oft eine Herzkatheteruntersuchung vermeiden. Das MRT erlaubt einen umfassenden Einblick in die Funktion und den Aufbau des Herzens, ohne dabei den Körper mit Röntgenstrahlung zu belasten.

Untersuchungsablauf Herz-MRT

Bei vielen Fragestellungen kann die Kernspintomographie zum Einsatz kommen:

  • Veränderungen der Herzklappen (Herzklappeninsuffizienz),
  • Erkrankungen des Herzmuskels (z.B. Myocarditis),
  • stattgehabte Infarkte auch stumme Infarkte (Ausdehnung des Narbengewebes) und
  • KHK (coronare Herzkrankheit) – Durchblutungsstörung des Herzens durch Verengung der Herzkranzgefäße.

 

Um eine Durchblutungsstörung des Herzen festzustellen, muss man den Patienten in einen belastungsartigen Zustand versetzen. Da es aus technischen Gründen nicht möglich ist, den Patienten Fahrrad fahren zu lassen, wird während der Untersuchung ein Stressmedikament (Regadenoson) für max. 3 Minuten gespritzt, welches einen ähnlichen Zustand erzeugt und auch die Gefäße erweitert. Dabei wird der Patient ständig durch das Personal betreut und EKG, Puls sowie Blutdruck überwacht.

Die Durchblutung des Herzens wird in diesem Moment mit einem Kontrastmittel sichtbar gemacht, auch Perfusionsmessung genannt.

Außerdem ist eine Kontrastmittelgabe notwendig, um ein eventuell vorhandenes Narbengewebe (z.B. durch stummen Infarkt) in Lage und Ausdehnung sichtbar zu machen, auch so genannte Late-Enhancement Technik genannt. Diese Technik ist derzeit die beste Methode zur Darstellung von Narbengewebe.

Ein komplettes MRT des Herzens setzt sich aus anatomischen Bildern (Herzklappenfunktion, Herzmuskeltätigkeit), Durchblutungsaufnahmen (Perfusionsbilder) und Kontrastmittelspätaufnahmen (Late-Enhancement Bilder) zusammen. In der Regel dauert diese Untersuchung ca. 40-60 Minuten je nach Fragestellung der Ärzte. Der Patient muss am Tag der Untersuchung nicht nüchtern sein, darf allerdings bestimmte Medikamente nicht nehmen und muss auf Tee, Kaffee und Schokolade verzichten. Vor der Untersuchung findet ein Aufklärungsgespräch entweder durch unsere Ärzte oder durch ein Kardiologen statt, zwecks eventueller Risikofaktoren.

 

Wir bieten einen hohen Qualitätsstandard

Um einen hohen Qualitätsstandard in der anspruchvollen Anwendung zu sichern, hat die AG Herz- und Gefäßdiagnostik der Deutschen Röntgengesellschaft ein strukturiertes Zusatzqualifizierungsprogramm für die kardiale CT und die kardiale MRT etabliert. Am 24.02.16 hat Frau Dr. Paersch das Zertifikat der Q1 Stufe für das kardiale MRT erhalten. Am 07.08.2020 hat Frau Dr. Paersch das Zertifikat der Q2 Stufe über die Zusatzqualifikation Kardiovaskuläre Radiologie (Q2 Herz-MRT) erhalten.

Die Ärzte und das Team Kernspin haben bereits mehrfach Fortbildungen zu diesem Thema besucht. In Berlin konnte Frau Dr. Paersch erfolgreich den Kompaktkurs an der cmr-academy.com absolvieren. Schwerpunkte sind dabei:

Physikalische Grundlagen

Grundlagen der Herzphysiologie und Pathophysiologie

Anatomie des Herzens

Links- und rechtsventrikuläre Funktion

Dobutamin-Stress-CMR

Perfusionsmessungen

Infarktdiagnostik

Koronararterien-Abbildungen

Darstellung der thorakalen und peripheren Gefäße

Untersuchungen am Patienten mit Dobutamin Stress CMR,Perfusionsmessungen und Infarktdarstellung

Falldemonstrationen

 

 

Kosten

Diese beiden Untersuchungen sind eine so genannte Individuelle Gesundheitsleistung – kurz IGEL-Leistung. Das sind ärztliche Leistungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gehören und durch Patienten privat bezahlt werden müssen. Wir informieren Sie umfassend über die anfallenden Kosten ~ gerne erstellen wir Ihnen einen individuellen Kostenübernahmenantrag für die Krankenkasse.

Nutzen Sie modernes & nicht invasives Verfahren

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